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Alte Erinnerungen im neuen Kleid

14. April 2014 at 13:21

Eine Vielzahl von Erinnerungen hatte sich bei mir in der Schrankwand gesammelt. Einschulungen, Tanzveranstaltungen, Schulabschlüsse, Grillfeiern, Abende in der Gartensparte, über 3 Jahre begleitete uns die Videotechnik und wir waren wie gefesselt davon. So entdeckten wir manchmal erst beim Videoabend mit Freunden wie schön unser Urlaubsort eigentlich war, weil wir immer daran waren, die besten Aufnahmen zu konservieren. Doch der Zahn der Zeit nagt an einem selbst wie an der Technik. Es wurde immer schwerer geeignete Recorder oder Abspielgeräte zu finden und ich versuchte, die endlosen Kilometer Videoband anderweitig zugänglich zu machen.

Videokassetten digitalisieren – Die ersten Schritte

Wie man mit einem Computer und Videodateien umgeht, brachten mir meine Enkel bei. Spielerisch nahmen Sie die neuen Techniken auf und noch spielender vermittelten sie diese. Es ging also nun darum, die Videokassetten zu Dateien und DVDs zu machen. Übertragungsarten gab es viele und schnell wurde zwischen Adapter, DVD-VHS- Recorder und Camcorder der beste Weg entdeckt. Doch was tun mit defekten Videokassetten? Was, wenn das Gehäuse zerbrochen ist? Was, wenn das Band hängt oder auch nur eine Seite gespult wird, da das Band schon gerissen ist? Anfangs sah ich mich überfordert doch konnte nicht von meinem Projekt lassen.

Der Weg zum Ziel

Anleitungen im Netz gab es nicht viele. Schnell war mir klar, dass die Aufnahmen auf dem Band an sich nicht zu retten sind, sondern man von zu Hause nur noch retten kann, was um das Band gebaut ist. Der Wille, meine Videokassetten zu digitalisieren war groß und somit ließ ich mich nicht aufhalten. Hängt eine Kassette muss man in das Innere schauen. Dabei legt man das Band mit der Seite, in der die beiden Rollen eine Zahnung haben nach oben, löst die meist 5 Schrauben mit ein wenig Druck aus dem Gehäuse und entfernt langsam die Abdeckung. Nun ist das Innenleben der Kassette zu sehen. Besonders anfällig sind Kassetten auf Verschmutzung.

Dreckige Stellen sollte man im besten Fall mit einem Wattestäbchen und Alkohol aus der Apotheke reinigen. Die “Bandführungsteile” sind dabei am wichtigsten: also die Stellen, mit denen das über Magneteinfluss bespielbare Band durch das Plastikgehäuse geleitet wird. Sobald alle Teile gereinigt waren, gingen die Kassetten bei mir meist wieder ohne Ruckeln oder andere Probleme.

Seltenheiten in der Sammlung

Bei einigen Bändern waren die metallischen Kleinteile enorm verrostet. Ein Austauschen ist hier nur bedingt möglich oder empfehlenswert. Die Metallspange, auf der Innenseite an der Stelle, wo die Kassette Plastikfenster hat, kann einfach ausgetauscht werden. Bei einer verrosteten Bandführung empfiehlt es sich, das Band zu tauschen. Nachdem man die erste Seite der Kassette abgenommen hat, legt man diese auf die nun offene Seite, hebt das Scharnier auf der Längsseite an und zieht langsam und vorsichtig die letzte der Außenplatten ab. Danach kann man einfach die beiden Rollen parallel aus der Kassette ziehen und diese in ein neues Gehäuse legen.

Ich habe hierfür einfach die Gehäuse von schon digitalisierten Bändern genommen. Ist das Band geknickt oder gerissen, gibt es leider kaum Möglichkeiten. Ist das Band zerknickt, kann man es kurz etwas begradigen und pressen und dabei hoffen, dass die Stelle wieder etwas zeigt. Ist das Band gerissen kann man versuchen, die Teile entsprechend aneinander zu führen und mit der Rückseite auf ein Stück Klarsicht-Klebeband zu pressen, allerdings mit geringer Erfolgschance.

Wieso ich meine Videokassetten nicht selbst digitalisiert habe

13. April 2014 at 9:02

Heute möchte ich meine Geschichte erzählen, warum ich mich dazu entschieden habe, von einem Fachmann Videokassetten digitalisieren zu lassen. Jeder kennt die Videokassetten, die viel Platz im Wohnzimmerschrank einnehmen. Da ich seit einiger Zeit einen PC besitze und mich auch viel mit dem Thema Videokassetten digitalisieren auseinandergesetzt habe, wollte ich selbst Hand anlegen. Es gibt meines Wissens nach drei Varianten um Videokassetten digitalisieren zu können. Da ich gelesen habe, dass man einen Ad-Wandler am PC anschließen kann, habe ich mich für diese Variante entschlossen.

Der Beginn meiner Session

Wenn man Berichte über Videokassetten digitalisieren liest, scheint alles so einfach zu gehen. Was ich damals noch nicht wusste – es war gar nicht so einfach. Also es heißt, dass man zum Videokassetten digitalisieren einen AD-Wandler und eine entsprechende Software benötigt. Ich kaufte ein Komplettpaket in einem PC-Zubehörladen. Als ich wieder zu Hause war, ging ich Schritt für Schritt der Anleitung nach und installierte erst die Software. So nun sollte der AD-Wandler an den PC angeschlossen werden. Auch dieser Schritt funktionierte anscheinend ohne Fehler. So glaube ich zumindest, da ich einen Ton höre, der mir sagte, dass der PC ein Gerät erkannt hat. Aber also ich mit dem Videokassetten digitalisieren beginnen wollte, ging nichts. Ich las also noch einmal die Bedienungsanleitung ganz genau durch und – oh ja klar, der Videorekorder muss ja noch mit dem AD-Wandler verbunden werden. Ist ja eigentlich logisch. Ok als auch dieser Schritt ausgeführt war, legte ich eine Videokassette in den Rekorder. In der Bedienungsanleitung stand: Jetzt kann das eigentliche Videokassetten digitalisieren starten.

Videokassetten digitalisieren – der erste Versuch

Da ich mir dachte, dass nun alles funktioniert, brauche ich die Anleitung nicht mehr und legte diese zur Seite. Ich startete die Software und wählte: Neues Videoprojekt erstellen. Als Name gab ich den Namen des Filmes ein, der sich auf der Videokassette befand. Ok als Nächstes, sollte ich eine erneute Auswahl festlegen: Video von analoger Quelle importieren. In meinem Kopf machten sich viele Fragezeichen breit. Was bitte ist eine analoge Quelle. Da ich es nicht wusste, in der Bedienungsanleitung nichts fand, rief ich meinen Sohn an. Er kannte sich etwas besser mit dem Computer Zeug aus und erklärte mir also, dass die analoge Quelle mein Videorekorder sein. OK – für was hat man schließlich intelligente Kinder. Ich wählte also die analoge Quelle aus und wurde weiter geführt. Ich startete den Videorekorder und klickte gleichzeitig auf “Video auf PC übertragen”. Na das war ja sehr einfach.

Nichts geht mehr

Ich beschloss, den Computer jetzt erst einmal alleine arbeiten zu lassen. Es war sowieso ein schöner Tag und ich schlug meiner Frau vor, einen Spaziergang zu machen. Die Überraschung kam, als wir wieder nach Hause kamen. Fehlermeldung im System – ein blauer Bildschirm war am PC zu erkennen. Ich dachte, mich trifft der Schlag und der PC hat nun den Geist aufgegeben. Gott sei Dank war dem nicht so. Ich startete den PC neu und er machte keine Anstalten, nicht seine gewohnte Arbeit auszuführen. Ich war gespannt, ob das Video wenigstens Übertragen war. Nun kam die nächste Problematik. Wo war das Video abgespeichert? Es verging eine halbe Stunde, bis ich durch verschiedene Klicks herausfand, wo die Software das Video abspeichert – ja das kommt davon, wenn man nicht aufpasst. Das Video hatte eine Dateigröße von 5 GB. Ich dachte mir, wenn das Video so groß ist, muss es ja fertig sein. Weit gefehlt – es war gerade mal die Hälfte des Films zu erkennen. Na wunderbar, also starten wir den ganzen Vorgang eben noch einmal. Mittlerweile war es später Nachmittag und ehrlich gesagt hatte ich keine Lust mehr. Also verschob ich einen weiteren Versuch auf den nächsten Tag. Ich wiederholte das Spiel noch ein paar Mal und nervte meinen Sohn mit ständigem Anrufen und Fragen. Leider wusste er auch nicht, was zu tun ist. Als wir uns mit dem Kegelverein trafen, zu dem wir wöchentlich gehen, erzählte ich mein Leid. Ein Kollege fragt: Warum lässt Du keinen Fachmann ran, der die Videokassetten digitalisieren kann? Ich bin bis dato noch nicht auf die Idee gekommen, die Videokassetten digitalisieren zu lassen. Es wäre jedoch eine schnelle und mit Sicherheit auch einfachere Lösung.

Der Fachmann fürs Videokassetten digitalisieren

Der Kollege von dem Kegelverein empfahl mir besagten Fachmann, der Videokassetten digitalisieren konnte. Ich informierte mich über den Preis und über die Dauer. Der Preis war in Ordnung und ich gab erst einmal eine Videokassette in Auftrag. Als ich diese nach einigen Tagen auf einem Datenträger bekam, war ich begeistert von dem Ergebnis. Die Qualität war hervorragend und ich glaubte, dass sie sogar besser als auf der Videokassette war. Folglich sagte meine Frau zu mir: Bevor Du Dich nun wieder stundenlang an den PC setzt und kein brauchbares Ergebnis herauskommt, lass die anderen Videokassetten doch auch gleich digitalisieren. Wie das Mal so ist, Frauen scheinen immer Recht zu haben – ich gab dem Fachmann die restlichen Filme, damit er auch diese Videokassetten digitalisieren konnte. Nach einer Woche erhielt ich die Videokassetten und die digitalisierten Ergebnisse zurück.

Fazit:

Also ganz ehrlich, wenn man nur ein halbes Fachwissen hat, spart man sich viele Nerven und auch viel Zeit, wenn man einen Fachmann zurate zieht. Ich bin mit dem Videokassetten digitalisieren sehr zufrieden und würde den Service jederzeit wieder in Anspruch nehmen und natürlich auch weiterempfehlen.

Wie ich meinen alten Videokassetten wieder Leben eingehaucht habe

25. März 2014 at 12:53

Im Laufe eines Lebens sammeln sich viele Gegenstände an und manche von ihnen überleben sich praktisch selbst. War vor zwanzig Jahren die Videokassette das Non-Plus-Ultra für alle Filmfans, so ist sie im digitalen Zeitalter völlig überflüssig geworden. Es gibt kaum noch funktionierende Videorekorder, und die Bildqualität lässt nach modernen Maßstäben stark zu wünschen übrig. Doch manchmal lagern kleine Schätze auf diesen alten Videokassetten, wie alte private Filmaufnahmen von Omas goldener Hochzeit oder auch Fernsehaufzeichnungen, die niemand wirklich missen möchte. Immerhin wurden die Videokassetten aufbewahrt, weil diese Aufnahmen nicht verloren gehen sollten. Die gute Nachricht ist, dass alle Videokassetten, die noch intakt sind, sich ohne allzu großen technischen Aufwand digitalisieren und damit in die Neuzeit retten lassen. Der finanzielle Aufwand ist auch recht gering, wenn man über ein gewisses technisches Verständnis verfügt.

 

Videokassetten gibt es in unterschiedlichen Formaten

Es ist gar nicht so schwierig, die Videokassetten von damals zu retten. Ich bin keine große Leuchte in Bezug auf die Technik, aber immerhin kam ich damals mit den Videorekordern gut zurecht und ich kenne mich auch ein wenig mit der modernen Digital-Technik aus. Auf die Idee kam ich, als ich vor kurzem den Schrank mit den Videokassetten aufräumen wollte. Zuerst habe ich die alten Bänder sortiert. Es gab damals Betamax Kassetten, VHS Kassetten und die Video2000 Kassetten. Obgleich mir das Video2000 System immer besser gefallen hat, da diese Videokassetten beidseitig bespielbar waren, hat sich letztendlich doch das in Amerika bevorzugte VHS-System durchgesetzt. Es gibt auch das VCR-System und das Video8/Digital8 System. Das erste Videorekorder System, was ich kennenlernte, war Betamax. Dahinter verbirgt sich Sony, die in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts ein Halbzoll-Magnetbandsystem entwickelt haben, welches die Aufzeichnung von analogen Video-, wie auch Audiosignalen erlaubte. Es kam 1975 in den USA und Japan heraus. In Deutschland kamen die ersten Geräte 1978 auf den Markt. Doch damals entstand ein Formatkrieg zwischen den Herstellern. Betamax unterlag gegen das VHS-System. Die Betamax Kassette lässt sich vor allem daran erkennen, dass nur ein Sichtfenster eingebaut ist. Das Standformat war die L-750 Kassette, die eine Spieldauer von 195 Minuten hatte. Es gab aber auch Kassetten mit einer Lauflänge von bis zu 215 Minuten.

typen videokassetten

©sergioyio /Depositphotos.com

Das VHS-System war am meisten verbreitet

Die VHS-Kassette wurde von JVC als analoges System entwickelt und kam 1976 in Japan auf den Markt. Im Formatkrieg der Hersteller setzte sich dieses private Video-Magnetband-Aufzeichnungssystem durch, obgleich die anderen Systeme technisch viel weiter entwickelt waren. Das VHS System nutze ein ‘M’-Lademechanismus. Die VHS-Kassette war ganz leicht zu erkennen, weil sie zwei kleine Sichtfenster auf der Vorderseite aufwiesen. Die Rückseite zeigte nur die Halterung für die Magnetbandrollen. Es gab die VHS-Bänder mit unterschiedlichen Bandlängen. Sie konnten von zwei bis fünf Stunden Videoaufnahmen speichern. Später kam das Longplay-System auf, wodurch sich die Länge der Videoaufnahmen verdoppelte. Die VHS-Kassetten mussten vor jeder Benutzung immer an den Anfang zurück gespult werden. Am besten hat mir persönlich immer das Video2000 System gefallen. Ich habe damals nur widerwillig von meinem Video2000 System auf das viel weiter verbreitete VHS-System gewechselt, weil es technisch viel ausgereifter war. Außerdem fand ich die Wende-Kassette auch viel praktischer als die VHS-Kassette. Daran ist eine Video2000-Kassette auch sehr leicht zu erkennen. Sie sieht von beiden Seiten gleich aus, wobei sie natürlich mit A-Seite und B-Seite gezeichnet wurde. Die Firmen Grundig und Philipps entwickelten das Video2000 System als Nachfolger für ihr VCR-System. Es kam 1979 auf den Markt und zeichnete sich durch eine hohe Bild- und Tonqualität aus. Obgleich es technisch sehr viel ausgereifter war als das VHS-System, hatte das Video2000 System erhebliche Probleme, sich auf dem Markt in den USA und in Japan durchzusetzen.

 

Eines der ersten Videokassetten Systeme war VCR

Das VCR-System führten die Firmen Grundig und Philipps bereits im Jahr 1971 ein und es ist damit eines der ersten Farb-Heimvideorekordersysteme gewesen. VCR war das erste finanziell erfolgreiche Video-Kassettenformat auf dem Markt für Privatverbraucher. Die ersten Video-Kassetten erinnern daher auch an zu groß geratene Rollenbänder. Wenn die Kassette eingelegt wurde, musste das Band für die Leerspule eingefädelt werden. Erst später kamen die Hersteller auf die Idee, eine VCR Videokassette zu entwickeln, bei der das empfindliche Magnetband nicht berührt werden musste. Es gibt auch noch andere Videokassetten-Formate, die jedoch im Grunde nur in Video-Camcorder verwendet wurden wie das Digital8 System. Die teilweise kleinen Kassetten konnten in eine Adapterkassette gesteckt werden und dann mit einem normalen Videorekorder abgespielt werden. Manche dieser alten Video-Camcorder nutzten aber auch ganz normale Videokassetten für ihre Aufnahmen.

Ein Zwischenstand: Wie ich daran scheitere, meine Videokassetten selber zu digitalisieren

20. März 2014 at 13:11

Alte Videokassetten zu digitalisieren ist nicht einfach. Wer alte Videokassetten hat, möchte sie irgendwann auch auf dem Computer sehen und nachbearbeiten. Auch für die Betrachtung auf einem großen Flachbildfernseher ist die Digitalisierung von Vorteil. Videokassetten zu digitalisieren birgt jedoch so manches Problem. Die Technik der Neunziger ist heute nicht leicht erhältlich. Und selbst die Geräte von damals, die man noch im Keller hat, sind nicht immer kompatibel mit modernem Equipment, das man zum Videokassetten Digitalisieren braucht. Hier ein Zwischenbericht meiner Odyssee.

VHS, VHS-C und Hi8 warten auf ihre Digitalisierung

Im Keller hatte ich noch die zwei Kisten mit alten Videos. Hochzeitsvideos, die alten Auftritte in der Theatergruppe, Urlaubsvideos – alles war noch da. Mit einem altmodischen Geräteaufbau im Keller hatte ich die VHS-Kassetten sogar hin und wieder anschauen können. Doch ein rechtes Vergnügen war das nicht. Es war Zeit, zu tun, was ich schon lange tun wollte: die alten Videokassetten zu digitalisieren. Einige der Bänder waren auch auf VHS-C Kassetten. Das war in den neunziger Jahren eine kleinere Variante der Kassetten. Dazu habe ich sogar noch die passende Kamera. Außerdem lagen in den Kisten Kassetten im Hi8 Format. Die waren mit einer Kamera gedreht, die ich Anfang der Nullerjahre besaß und längst verkauft hatte. Mein Plan war, einen Analog-Digital-Umwandler, den ich für meine ersten Digitalisierungsversuche vor Jahren angeschafft hatte, zwischen Player und Laptop zu hängen. Analog-Digital-Wandler senden ein digitales Signal via USB an den Computer. Mein alter Umwandler hatte jedoch einen Umzug und einige Umräumaktionen nicht wirklich überlebt. Er war defekt. Also stieg ich auf meine erste Lösung von damals um. Die hieß: vom Player oder der Kamera das Signal über S-Video oder RCA-Composite-Kabel zur Aufnahmekarte am PC übertragen. Also schob ich den Laptop zur Seite, reaktivierte meinen alten PC, auf dem noch XP läuft, und der mit einer Aufnahmekarte ausgestattet ist. An der Stelle wurde ich in meinem Vorhaben erst einmal gebremst.

Ein fehlendes Teil bremst das ganze Projekt!

Denn ich hatte seinerzeit eine komfortable Aufnahmekarte beschafft, bei der sich die S-Video und RCA-Composite-Anschlüsse nicht an der Kartenseite drängelten. Vielmehr gehörte eine sogenannte Breakout-Box dazu. Die wurde an die Aufnahmekarte angeschlossen, verfügte über S-Video und Composite-Buchsen und konnte bequem auf der Arbeitsfläche deponiert werden. Der Vorteil damals: man musste nicht immer an die Rückseite des PCs, um Kabel anzuschließen. Der Nachteil heute: die Breakout-Box war nicht da. Ich musste den halben Keller auf den Kopf stellen und fand sie schließlich. Zwischen dem Player, der schon seit Ende der Neunziger seinen Dienst tut, und dem PC klappte die Überspielung der Kassetten gut. Die VHS-C Kassetten hatte ich früher immer direkt von der Kamera aus auf dem TV-Bildschirm ausgegeben. Die VHS-C Videokassetten wollte ich nun nach demselben Verfahren digitalisieren. Also, die alte VHS-C Kamera als Player verwenden und das Signal per Kabel an die Aufnahmekarte im alten PC senden. Die Krux dabei war, dass bei der VHS-C Kamera die Abtaster nicht mehr richtig funktionierten, was man deutlich auf dem digitalisierten Bild sah. Ich klapperte einige Bekannte ab, von denen ich wusste, dass sie auch mal mit VHS-C gearbeitet hatten. Die hatten alle keine Kamera mehr.

Glück gehabt – ein Flohmarkt bringt die Lösung

Ein Bekannter jedoch erzählte, er habe damals seine VHS-C Kassetten in eine Adapterkassette in VHS -Größe eingelegt und im VHS-Player abgespielt. Er hatte seine Adapterkassette leider schon längst entsorgt, weil ja heute niemand mehr so etwas braucht. Für den Moment war ich ratlos und legte mein Vorhaben erst mal wieder auf Eis. Einige Wochen später schlenderte ich über einen Flohmarkt und siehe da: neben alten Kabeln und Geräten bot dort jemand eine Adapterkassette an. Also: Adapter kaufen, ab in den Keller, Geräte wieder aufbauen, VHS-C Kassetten in die Adapterkassette, Adapterkassette in den VHS-Player und Videokassetten digitalisieren. Nun zeichnete sich das nächste Problem ab. Ich habe ca. 120 Stunden private Kameraaufzeichnungen und etwa 140 Stunden alte TV-Sendungen für meinen Privatgebrauch. Der Arbeitsspeicher und die Festplattenkapazität des PCs sind seinem Alter entsprechend gering. Ich überschlug grob die Zeit, die ich auf diese Weise für Videokassetten digitalisieren und Videos nachbearbeiten brauchen würde. Die vielen Feierabende und Wochenenden, die ich dafür bräuchte, habe ich in der nächsten Zeit nicht. Ich muss mir also eine andere Lösung einfallen lassen. Ich stellte dieses Problem erstmal zurück und widmete mich einem anderen: die Hi8 Videokassetten digitalisieren.

Ungebrochen, jedoch ratlos – wie digitalisiere ich Hi8?

Hi8 war ein kleines handliches Format, das relativ kurz auf dem Markt war. Etwa zeitgleich kamen die Mini-DV Kassetten auf den Markt, die noch kleiner und handlicher waren. Für die Hi8 Kassetten habe ich weder eine Kamera, noch einen Player, noch eine Adapterlösung. Meine Suche im Bekanntenkreis nach einer Kamera, die ich mit S-Video oder RCA-Composite-Kabel an den PC anschließen könnte, war erfolglos. Das Hi8 Problem bleibt also erst einmal ungelöst. Bezüglich VHS und VHS-C Videokassetten werde ich sicherlich eine Lösung finden. Die Neuanschaffung eines Laptops mit viel Arbeitsspeicher und hoher Plattenkapazität steht sowieso auf der Agenda und ich plane gleichzeitig eine Lösung zu finden, um die Videos direkt auf den Laptop zu überspielen und dort nachzubearbeiten. Ich fiebere nach vor dem Moment entgegen, in dem ich meine Schätze digital betrachten kann. Es bleibt also spannend.

Warum ich meine Videokassetten digitalisiere

4. März 2014 at 16:43

Bevor ich von meinem “Projekt” – der Digitalisierung meiner VHS-Lieblinge – erzähle, möchte ich mich kurz vorstellen: Mein Name ist Liam (die irische Form von Wilhelm), ich bin 55 Jahre alt und schaue mir leidenschaftlich gerne Filme und Musikproduktionen an. Nicht zuletzt deshalb entschloss ich mich nach langem Hin und Her, meine umfangreiche Sammlung an Videokassetten digitalisieren zu lassen beziehungsweise die Umsetzung selbst in die Hand zu nehmen!

 

DVDs sind wesentlich stabiler als VHS

Ich hing wirklich sehr lange Zeit an der altmodischen Variante, liebte es, die Kassetten in den Video-Player zu schieben. Doch irgendwann musste ich auch einsehen, dass eine Digitalisierung meiner Habseligkeiten nötig ist, wenn ich die Inhalte nicht früher oder später ganz verlieren möchte. Das letzte und alles entscheidende Zeichen bekam ich, als mein Videogerät nicht mehr wollte. Natürlich, es war schon recht betagt und hat über viele Jahre seinen Zweck wunderbar erfüllt. Aber dann war irgendwann der Moment gekommen, da ich mich von meinem treuen Freund verabschieden musste: Der Player fing an, beim Spulen das Band aus der Kassette zu reißen. Übrigens war auf diesem Video ein uraltes Konzert von den “Toten Hosen” – leider für die Ewigkeit vernichtet. Schon vorher deutete jedoch vieles darauf hin, dass ich mich mit dem Digitalisieren auseinandersetzen sollte. Ältere Kassetten liefen nur noch in mäßiger Qualität, das Bild war häufig verwackelt und stockte an manchen Stellen, auch die Farben wurden blasser. Zudem bekam ich von Bekannten immer wieder den Hinweis, wie sinnvoll es doch sei, die geschätzten Inhalte der Videos zu digitalisieren und so zu bewahren. Nun ja, bei mir hat es eben ein bisschen länger gedauert, bis ich mich von meinem Player trennen konnte und mich dazu durchrang, meine Videokassetten digitalisieren beziehungsweise mir bei diesem Vorgang vom Internet und Bekannten helfen zu lassen, da ich technisch nicht unbedingt ein Einstein bin.

 

Es gibt mehrere Varianten zur Digitalisierung

Vor allem an meinen Camcorder-Aufnahmen von Familienfeiern hänge ich sehr. Es war mir also ein großes Anliegen, eine gute Variante zu finden, um die schönen Erinnerungen nicht nur im Kopf, sondern auch als Film zu erhalten. Als ich begann mich online einzulesen, fand ich nahezu auf jeder Seite, die ich mir anschaute, den Hinweis, dass mit den verschiedenen zur Verfügung stehenden Varianten nicht nur der Inhalt gerettet, sondern die Qualität mithilfe einer Software sogar optimiert werden kann. Die Vorstellung, dass ich durch das Umwandeln in ein digitales Dateiformat meine gesamte Videosammlung auf eine Festplatte oder Medien wie DVDs oder Blu-rays speichern kann, faszinierte mich sehr. Allerdings hatte ich zunächst große Zweifel, dem Durchführen des Vorgangs selbst gewachsen zu sein. Ich fing also an, ein bisschen herumzuprobieren. Meine ersten Versuche schlugen fehl – die Umwandlung wollte mir nicht gelingen. Also forschte ich weiter, holte immer mehr Informationen ein und hatte schließlich genügend Know-how und die erforderlichen Utensilien, sodass es mir gelang, meine Videokassetten zu digitalisieren. Letztlich muss jeder für sich entscheiden, mit welcher Methode er es versuchen möchte. Ich kann jedenfalls nur empfehlen, auch im Falle anfänglicher Fehlschläge nicht aufzugeben. Nach ein bisschen mehr Erfahrung schaffte ich es sogar, lästige Werbeblöcke zu entfernen und die Farben etwas zu verbessern. Mit dem Resultat bin ich mehr als zufrieden und kann demnach sagen, dass es sich wirklich gelohnt hat, viel Zeit und Mühe zu investieren. Inzwischen geht mir die Digitalisierung leicht von der Hand und ich kann selbst Freunde unterstützen, die sich der Herausforderung annehmen.

 

Mein Fazit

Fakt ist, dass an VHS-Aufnahmen der Zahn der Zeit nagt und die Kassetten nach und nach an Qualität verlieren, selbst dann, wenn sie nur ungenutzt gelagert werden – das habe ich bei meinen eigenen Schätzen erfahren müssen. Die einzige Möglichkeit, die wertvollen Inhalte zu retten, besteht darin, sie zu digitalisieren oder dies durch einen Fachmann vornehmen zu lassen. Ich habe lange gebraucht, um den Schritt zu wagen, doch nun bin ich sehr froh, es endlich in Angriff zu nehmen!